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"Der Berg Pilion - dunkelgrün und eindrucksvoll erhebt er sich über der
Stadt Volos zwischen dem Golf Pagasitikos und der Ägäis. Die Mythologie
berichtet, er sei der Sommersitz der Götter des Olymps und die Heimat der
Kentauren gewesen.
Die von zwei Seen umspülte und vom zauberhaften Pilionberg gekrönte
Halbinsel hat eine jahrhundertelange Geschichte, in der sich Mythos mit
Wirklichkeit in einem hinreißenden Mysterium vereinigt.
Auf diesem Berg haben der Sage nach die pferdeleibigen Zentauren,
Söhne des Lapithenkönigs Ixion und der Nephele, gehaust. Als Ahnherr
aller galt der weise Zentaur Chiron. In den "Chironion Antron", Chirons
Wohnsitz auf dem Piliongipfel, hat Apollo seinen Sohn Asklepios gesetzt,
als er ihn Chirons Sorge anvertraut hatte. Er hat Asklepios in die
Heilkunst eingeweiht und ihn zum ersten Arzt der Menschheit gemacht.
Hier wurden darüber hinaus die göttlichen Hochzeiten des Peleus und der
Thetis zelebriert, die schon von Homer, Pindaros und Euripides gepriesen
wurden.
Von Pagasai aus, dem Hafen von Iolkos, und mit der Teilnahme
berühmter Helden begann der "einsandalige" König Jason den
Argonautenfeldzug. Argo startete ihre Reise nach Kolchis an der
Schwarzmeerküste, und nach Überwindung zahlreicher Schwierigkeiten haben
die Argonauten es geschafft, das "Goldene Vlies" zu rauben.
Im 12. Jahrhundert wird der Pilion als "Mönchsrepublik" erwähnt,
wohl wegen der vielen Klöster, die von den Mönchen des Berges Athos an
sicheren, hoch gelegenen Orten errichtet wurden. Im Laufe der Jahre
wurden rund um die Klöster neue Siedlungen erbaut, in denen sich die
Bewohner der Küstenregionen niederließen. Diese Dörfer waren während der
Besetzung Griechenlands durch die Türken weitgehend autonom und besaßen
Privilegien, ein Umstand, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung hervorrief.
Die Marktflecken des Pilion sind so zu Museen der Volkskunst und der
Architektur geworden. Bis heute haben sich Turmhäuser, Basiliken mit
holzgeschnitzten Altüren, wunderschöne Heiligenbilder, steingepflasterte
Wege, kühle Dorfplätze, steingefasste Quellen und alte Bogenbrücken
erhalten.
Die Stadt Volos ist auf den Ruinen des antiken Iolko, der Heimat des
Iason und der Argonauten, erbaut. Ihre geographische Lage an den
Ausläufern des Pilion in der Tiefe der gleichnamigen Bucht machen sie zu
einer der schönsten Städte Griechenlands.
Das auf 1200 m Höhe in dichtem Buchenwald erbaute Dorf Chania ist
der Übergang vom westlichen zum Östlichen Pilion. Heute befindet sich
dort eines der schönsten Wintersportzentren Griechenland. Die Liebhaber
des Skisports können inmitten verschneiter Bäume bergab fahren und dabei
die Aussicht auf die Bucht von Volos links und auf die Ägäis rechts
bewundern.
Hier in dieser Landschaft vereint sich die Geschichte mit Legenden,
das Ursprüngliche mit dem Kultivierten. Dieses Stück Natur hat etwas
Magisches an sich. Das Rauschen der Blätter verbindet sich mit der Brise
des Meeres, und man kann sich die Zentauren, ihre Kämpfe und ihre Feste
vorstellen."
Michalis Pornalis, "Pilion of Light and Colours"
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